Natur- und Artenschutz

Zur Planung eines Windparks gehört es auch, Gefahren für windenergiesensible Tierarten weitestgehend auszuschließen. Dabei geht es um bestimmte Vogel- und Fledermausarten, die durch die Rotoren gefährdet sein können, weil sie beispielsweise nicht das bei den meisten Vogelarten zu beobachtende Meidungsverhalten zeigen oder – das gilt für Fledermäuse – in Höhe der Rotorblätter in der Abenddämmerung an den Anlagen vorbeiziehen.

Gerade in Waldgebieten wie dem Projektgebiet am Oberbecken ist es ratsam, mögliche Konflikte bereits im Aufstellungskonzept auszuräumen, indem von vornherein naturschutzfachlich weniger bedeutende Standorte ausgewählt werden. Dazu haben wir hier im Projekt zum Beispiel Forstwirtschaftskarten genutzt.

Es ist notwendig, die im Planungsgebiet vorkommenden Vogel- und Fledermausarten genau zu kartieren. Dabei kommt es immer darauf an, die Bewegungsmuster der Tiere zu erfassen und nicht nur heimische, sondern auch durchziehende Arten zu beobachten. Auf Basis dieser Ergebnisse werden Gutachten erstellt, die Entscheidungsgrundlage für die Genehmigung der Anlagen sind. Sollten sich Gefährdungen ergeben, so können diese in den allermeisten Fällen durch eine angepasste Planung beseitigt werden. Beispiele dafür sind die Verschiebung von Anlagen, der Verzicht auf einzelne Standorte oder das Abschalten der Anlagen in der Dämmerung, wenn die Fledermäuse durchziehen.

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Fledermaus | Foto: pixabay.com

Seit dem Frühjahr 2012 haben wir bis Herbst 2018 jährlich am Oberbecken und im Umkreis von mehreren Kilometern Untersuchungen durch verschiedene unabhängige Gutachterbüros durchführen lassen. Die Datengrundlage zur Bewertung der möglichen Konflikte zwischen Vögeln und WEA ist damit hier sehr umfangreich. Untersuchungsmethodik und –umfang wurden stets mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Olpe abgestimmt. Sämtliche Gutachten wurden in Anwendung der in NRW anerkannten Methoden und auf der Grundlage der nordrhein-westfälischen Windenergieerlasse und Leitfaden erarbeitet. Zusätzlich wurden die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten berücksichtigt.

Am Oberbecken haben wir insbesondere das Vorkommen folgender potentiell kollisionsgefährdeter oder bedrohter Tierarten vertieft untersuchen bzw. bewerten lassen: Fledermäuse, Kranich, Rotmilan, Schwarzstorch, Mäusebussard, Waldschnepfe, Raufußkauz, Eulen/Uhu, Wildkatze, Haselmaus.

Im Ergebnis wird für die Arten Rotmilan, Schwarzstorch und Mäusebussard ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko ausgeschlossen. Für alle genannten Tierarten werden artenschutzrechtliche Verbotstatbestände durch die Umsetzung von Vermeidungsmaßnahmen (Ausgleichsmaßnahmen, Monitoring, Abschaltungen) ausgeschlossen. Eine detaillierte Beschreibung und Festlegung der Vermeidungsmaßnahmen erfolgt in den Fachgutachten zum Genehmigungs­verfahren.

Die vollständigen Gutachten über die Artenschutzuntersuchungen können Sie hier als PDF herunterladen:

Mäusebussard | Foto: pixabay.com

Rotmilan

WEA 4 liegt in einem Bereich mit geringem Konfliktpotential, für die übrigen WEA ergibt sich kein Konfliktpotential für den Rotmilan. Die Bereiche mit mittlerem/hohen Konfliktpotential liegen unmittelbar am (über) dem Oberbecken und östlich davon, wo keine WEA geplant sind.

Schwarzstorch

WEA 4 weist ein mittleres Konfliktpotential auf, die übrigen Standorte liegen analog zum Rotmilan außerhalb von Konfliktbereichen. Die Bereiche mit hohem Konfliktpotential für den Schwarzstorch liegen nördlich, östlich und südwestlich des Oberbeckens, in denen keine WEA-Standorte geplant werden.

Mäusebussard

WEA 2, 4 und 5 liegen in einem Bereich mit mittlerem Konfliktpotential, WEA 1 und 3 in Bereichen mit geringem Konfliktpotential. Die Bereiche (hauptsächlich östlich und weiter südlich des Oberbeckens) mit hohem Konfliktpotential für den Mäusebussard werden von WEA frei gehalten.