Warum Windenergie?

Der menschengemachte Klimawandel gefährdet unser aller Zukunft. Wetterphänomene werden extremer, der steigende Meeresspiegel bedroht Menschen und Tiere, und verstärkte Dürreperioden werden das Hungerproblem verschärfen. All diese Folgen des Klimawandels werden nicht nur mehr und mehr Menschenleben kosten, sondern auch viele Ressourcen vernichten und sehr viel Geld kosten.Eins ist wissenschaftlicher Konsens: dass die globale Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung hauptsächlich durch menschliches Handeln und Wirtschaften erzeugt ist und natürliche Ursachen nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Wesentlicher Treiber des Klimawandels ist die Nutzung fossiler Brennstoffe – Kohle, Öl und Gas – zur Erzeugung von Strom und Wärme und zum Antrieb von Maschinen und Fahrzeugen. Um dem Klimawandel entgegenzusteuern, ist es daher notwendig, deutlich weniger fossile Brennstoffe zu verbrennen. Hier kommen die erneuerbaren Energien ins Spiel. Denn durch sie können wir Strom und Wärme erzeugen, ohne massenhaft Klimagase in die Atmosphäre zu pusten.

Aber das ist nicht der einzige Vorteil. Nur mit erneuerbaren Energien können wir ein System der Energieerzeugung überwinden, das sehr viele Nachteile mit sich bringt. Die Windenergie spielt dabei eine wichtige Rolle, da sie aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit das Rückgrat der Energiewende im Stromsektor bildet.

Klimaschutzkonzept der Gemeinde Finnentrop

Die Gemeinde Finnentrop hat im Jahr 2011 ein Klimaschutzkonzept erarbeitet (Veröffentlichung auf der Gemeinde-Webseite). Das Konzept dient als Grundlage für weitere Klimaschutzmaßnahmen der Gemeinde. Die im Konzept dargestellten Maßnahmen sollen neben Senkung des Energieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz „auch auf den Umstieg von fossilen Energieträgern auf regenerative Energiequellen abzielen“ (S. 7), um damit insgesamt den Ausstoß von CO2 der Gemeinde zu reduzieren. Hauptziel der Gemeinde Finnentrop ist die Reduktion ihrer CO2 – Emissionen alle fünf Jahre um 10% (S. 37).

Zur Windenergie wird im Klimaschutzkonzept festgestellt, dass sie langfristig bundesweit das größte regenerative Stromerzeugungspotential darstellt. „Folglich ist jede Gemeinde gehalten, einen Beitrag zu leisten, dieses Potential zu nutzen“ (S. 23). Einem beispielhaften Windpark mit 5 Anlagen (2 MW Nennleistung) wird eine erhebliche Hebelwirkung für die CO2 -Reduktion der Gemeinde attestiert.

Das Klimaschutzkonzept formuliert daher einen strategischen Schwerpunkt, den Anteil regenerativ erzeugter Energie deutlich zu erhöhen: „Hierfür strebt sie (die Gemeinde Finnentrop) vor allem den Ausbau der Windkraftnutzung (…) an“ (S. 38). Die Flächenentwicklung für neue Windenergieanlagen soll mit sehr hoher Priorität als vorrangige Maßnahme verfolgt werden, um die Windkraftnutzung in Finnentrop deutlich auszubauen.

Der von Windwärts geplante Bereich am Oberbecken wird im Klimaschutzkonzept als „windhöffigster Standort“ in der Gemeinde bezeichnet (S. 43).

Zur Steigerung der Akzeptanz möchte die Gemeinde sicherstellen, dass „die Wertschöpfung durch die verstärkte Nutzung der Windenergie soweit wie möglich in der Gemeinde Finnentrop verbleibt“ (S. 43). Einer Investition durch die Gemeinde steht Windwärts deshalb offen gegenüber.

Der Anfang 2016 von der Gemeinde veröffentlichte Bericht über die Aktualisierung der Energie- und CO– Bilanz kommt für das Jahr 2014 zu folgendem Ergebnis:  Der Anteil der regenerativen Stromerzeugung liegt in Finnentrop bei 7% (Deutschland 26%) und hat in Finnentrop seit 2009 kaum zugenommen. „Damit liegt Finnetrop im Vergleich zum Bundesgebiet deutlich unter dem Durchschnitt“, die Potentiale zur regenerativen Stromerzeugung seien „bei Weitem noch nicht ausgeschöpft“ (S. 3).

Eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung

Strom und Wärme sind Lebenselixiere der Menschen. Sie sichern nicht nur Lebensnotwendiges wie Heizung oder Licht, sondern ermöglichen auch industrielle Produktion, Mobilität, Kommunikation, Unterhaltung und vieles mehr. Energie hält unsere Gesellschaft am Laufen.

Ressourcen und Umwelt schonen

Daher ist eine nachhaltige und umweltverträgliche Energieversorgung das Gebot der Stunde und die Voraussetzung dafür, dass wir auch in Zukunft Strom und Wärme nutzen können. Denn die lange dominierende Energieversorgung auf Basis fossiler Rohstoffe und der Atomenergie ist nicht dauerhaft tragfähig. Endliche Ressourcen, Umweltverschmutzung und der Klimawandel sind die Schattenseiten dieser Energieversorgung – und es wird immer deutlicher, dass sie den Nutzen bei Weitem überwiegen

Unendlich viel Energie aus regenerativen Quellen

Für eine nachhaltige Energieversorgung stehen die erneuerbaren Energien. Darunter werden die Windenergie, Solarenergie, die verschiedenen Formen der Bioenergie, die Wasserkraft sowie die Geothermie oder Erdwärme zusammengefasst. Sie verbindet, dass sie nach menschlichem Ermessen unerschöpflich sind oder sich schnell erneuern. Erneuerbare Energien werden seit Jahrhunderten genutzt, haben aber durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und der Atomenergie vor allem in den Industriestaaten an Boden verloren. Seit einigen Jahrzehnten sind sie aber wieder auf dem Vormarsch. Und dafür gibt es gute Gründe.

Vorteile der erneuerbaren Energien

  • Erneuerbare Energien sind nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich.
  • Bei der Nutzung erneuerbarer Energien fallen keine Brennstoffkosten an (außer bei Bioenergie).
  • Erneuerbare Energien können dauerhaft Preisstabilität bieten.
  • Die Nutzung erneuerbarer Energien ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz, da sehr wenige Emissionen entstehen. Das gilt sowohl für Treibhausgase als auch für andere Schadstoffe.
  • Es entstehen keine Schäden für Mensch und Umwelt durch den Abbau von Brennstoffen (wie etwa bei der Ölförderung durch Lecks und Tankerunglücke oder beim Braunkohle-Abbau durch die Verwüstung ganzer Landstriche und die Umsiedlung von Anwohnern).
  • Erneuerbare Energien werden regional und dezentral erzeugt. So profitieren viele Menschen vor Ort von der Wertschöpfung durch die Stromerzeugung. Landwirte, Hausbesitzer und Gewerbetreibende werden ebenso zu Stromerzeugern wie Bürgerinnen und Bürger, die sich zu Genossenschaften zusammenschließen oder Anteile an Bürgersolaranlagen oder Fonds kaufen.
  • Erneuerbare Energien sind heimische Ressourcen. Ihre Nutzung vermindert die Abhängigkeit von Öl- und Gaslieferungen aus politisch instabilen Regionen, mit denen wir als Bürgerinnen und Bürger freier und demokratischer Gesellschaften gleichzeitig autoritäre Regime und Menschenrechtsverletzungen finanzieren.
Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre Wind bewegt vom Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)